Die Rettung der Schlachtpferde
Seit ich selbst Ponys aus dem Tierschutz aufgenommen habe, befasse ich mich sehr intensiv mit diesem schwierigen Thema. Früher sah ich den ein oder anderen Bericht im Fernsehen, las den ein oder anderen Artikel drüber. Fand die Arbeit durchweg sinnvoll. Es gibt sie auch Heute noch, die Tierschutz-Orgas, denen wirklich das sensible und wundervolle Wesen "Pferd" im Vordergrund steht. Bei denen die Unterstützung und die Hilfe "echt" ist und nicht aufgesetzt.
Aber je mehr Einblick ich in dieser Materie gewinne, desto häufiger muss ich feststellen, dass sich immer mehr schwarze Schafe mit dem Deckmantel "Schlachtpferderettung und Pferdeschutz" in den Weiten des World Wide Web ihr Unwesen treiben und in einschlägigen Pferdeverkaufsseiten inserieren. Blutgeld erwirtschaften auf Kosten gutgläubiger Tier- und Pferdeliebhaber und vor allem zum Leidwesen der Pferde und Ponys.
Bitte seid im Interesse dieser wundervollen Geschöpfe sehr aufmerksam bei Eurer Suche!
Der folgende Text soll Euch eine kleine Hilfe sein, gewisse schwarze Schafe ausfindig zu machen und so sicher zu stellen, dass ihr mit dem Freikauf von Pferden und Ponys eben kein weiteres Tierleid produziert oder dieser Blutgeld-Mafia weiter Geld zu wirtschaftet!
Tierschutz ist zu einem Markt geworden, mit dem Geld zu verdienen ist und dies nutzen auch verschiedene Privatleute und Händler aus.
Die "Masche" ist oft ähnlich, ein Metzger/Viehhändler sucht sich sogenannte "Vermittler", die für ihn seine Pferde als "Tierschutzpferde" oder "Notfälle" in Zeitungen, Anzeigenmärkten, eigenen Foren etc. inserieren und dann Interessenten an ihn weiterleiten (manchmal kann man auch direkt beim "Vermittler" kaufen).
Dies ist ein sehr einträgliches Geschäft, für den Metzger/Händler sowieso, oft springt auch noch eine "Provision" für die Vermittler heraus oder die Vermittler arbeiten sowieso schon für den Händler (Pferdepflege, reiten, inserieren/verkaufen etc.).
Da inzwischen für "Tierschutzpferde" oder "Notfälle" weit mehr Geld gezahlt wird als für das gleiche Pferd wenn es als Reitpferd/Beisteller etc. ganz normal verkauft würde, lohnt es sich natürlich.
Gerade viele größere Viehhändler haben sowieso feste "Stammkunden" (Metzger/Italien-Händler etc.), die sowieso "Bedarf" haben und ihm diesen abnehmen. Der Bedarf dieser "Stammkunden" wird vom Händler immer gedeckt werden, ein Händler kann nicht "zu wenig" Pferde für seine guten Stammkunden bereithalten, dann verliert er diese. Es gibt auch keinen Grund, warum auf einmal die Stammkunden weniger Bedarf haben sollten.
Ein Viehhändler wird also eine bestimmte Menge sowieso immer an seine "Stammkunden" verkaufen, egal, ob Freikäufe stattfinden oder nicht.
Mit den Pferden, die dann noch "überschüssig" sind, wird ein gutes "Nebengeschäft" mit unwissenden "Tierschützern" gemacht.
Keiner dieser Freikäufe verändert die Menge der Pferde, die zum Metzger/auf Schlachttransporte etc. gehen.
Aber kommen wir zurück aufs "Nebengeschäft" der Händler. Diese kaufen billig Pferde ein, um sie dann (beliebterweise eben über "Vermittler"/"Tierschützer") weiterzuverkaufen.
Woran erkennt man diese "Händler-Vermittler/Verkäufer" ? Es gibt da ein paar Anhaltspunkte zur Orientierung, natürlich muß nicht jeder zutreffen.
- es werden große Mengen an Pferden "umgeschlagen"
- es wird hauptsächlich für einen Händler vermittelt/verkauft
- kritischen Fragen zu diesem Händler / Sinn von "Freikäufen" etc. wird ausgewichen
- die Frage, ob und warum wirklich weniger Pferde insgesamt durch diesen Freikauf geschlachtet etc. werden, wird niemand plausibel beantworten (können)
- jede Kritik an dem Händler und jeder Versuch, irgendetwas gegen den Handel/Schlachttransport zu unternehmen (oder Ideen dazu, wie Aufklärung/Öffentlichkeitsarbeit etc.) wird von den "Vermittlern" unterbunden oder nicht unterstützt.
- oft wird auch die gesetzliche Haftung/Gewährleistung (die ein gewerblicher Händler ja zu erbringen hätte) heruntergespielt bzw. über den Verkauf über "Vermittler" ausgehebelt.
- die Pferde werden an Jeden verkauft, ohne Kaufvertrag/Schutzvertrag, ohne Platzkontrolle etc. (Jeder, der ein Interesse daran hat, daß ein Pferd in gute Hände kommt, wird sich darum bemühen (auch, damit es nicht 3 Monate später beim nächsten Metzger/Händler landet), wer hauptsächlich Interesse am Verkauf hat, dem sind diese Dinge hinderlich.
- die Pferde werden oft mit "geschönten" Angaben verkauft (bei sehr unseriösen Vermittlern mit grob falschen), oft wissen die "Vermittler" auch kaum etwas über die Pferde.*
Mit jedem dieser "Freikäufe" wird der Händler (und seine "Vermittler") finanziell unterstützt, das ist alles.
* Dazu kann ich noch hinzufügen, dass es in der Vergangenheit auch immer wieder zu schweren Infektionskrankheiten in großen Händlerställen kam.
Ein angeblich harmloser Schnupfen sich als hoch infektiöse
Equine Druse entpuppte. Ein leidiges Thema welches leider kein Einzelfall war. Angeblich scheinbar gesunde Pferde den Händlerstall, die Pflegestelle verlassen hat. Jedoch manchmal nur Stunden später die Fellnase mehr tod als lebendig war. Kaum aus eigener Kraft laufen konnte und wenn nur unter sehr starken Schmerzen. Aus rechtlichen Gründen möchte ich es an dieser Stelle nicht vertiefen. Frage mich nur, wie kann so mancher Zweibeiner das noch mit seinem Gewissen vereinbaren und noch ruhig schlafen?
Bitte gebt also Acht bei der Rettung von Schlachtpferden. Fragt die Vermittler (und Händler, denn auch unter ihnen gibt es noch Menschen, denen noch etwas an dem Wesen Tier liegt und die Ehrlich sind - nur muss man die wirklich suchen!) Löcher in den Bauch.
Bitte bedenke:
Wer nichts zu verbergen hat, freut sich über die Sorgfalt, seinen Schützling auszuwählen!